
n8n oder Make? Beide Tools automatisieren Routineaufgaben im Mittelstand. Der Unterschied liegt bei Datenschutz, Komplexität und KI-Integration. Ein Vergleich mit konkreten Zahlen und Praxisbeispiel.
32 Stunden pro Monat für gesetzliche Pflichten. Das hat die KfW 2025 gemessen. Im Baugewerbe liegt der Bürokratieanteil bei 8,1 Prozent der gesamten Arbeitszeit, Spitzenwert aller Branchen (KfW Fokus Nr. 495, April 2025). Für Inhabende von Handwerksbetrieben heißt das: ein ganzer Arbeitstag pro Woche geht für Verwaltung drauf.
Gleichzeitig zeigt die Bitkom-Erhebung 2026: 77 Prozent der KMU sehen eine verbesserte Wettbewerbsposition durch Digitalisierung. 52 Prozent messen bereits Erfolge. Aber 33 Prozent berichten von höheren Kosten als erwartet (Bitkom Digital Office Index 2026). Der Grund ist fast immer derselbe. Es wurde ein Tool gekauft, bevor der Prozess verstanden war.
n8n ist ein Open-Source-Automatisierungstool mit über 400 Integrationen. Der entscheidende Unterschied zu Make: n8n lässt sich auf eigenen Servern betreiben. Alle Daten bleiben im Unternehmen. Das ist relevant für Betriebe mit strengen Datenschutzanforderungen oder branchenspezifischen Compliance-Vorgaben.
Die Stärke von n8n liegt bei komplexen, mehrstufigen Workflows. Bedingte Verzweigungen, Schleifen, KI-API-Anbindungen und individuelle Code-Bausteine sind möglich. Die Lernkurve ist steiler als bei Make. Wer kein technisches Grundverständnis mitbringt, braucht Begleitung oder eine geschulte Person im Team.
n8n eignet sich besonders für Betriebe ab 20 Beschäftigten mit IT-Grundkompetenz. Die Community-Edition ist kostenlos, die Cloud-Version startet bei rund 24 Euro pro Monat (n8n Pricing, Stand Juli 2026).
Make (ehemals Integromat) setzt auf eine visuelle Oberfläche mit Drag-and-Drop-Logik. Der Einstieg gelingt in Stunden statt Tagen. Für Betriebe ohne IT-Team ist das ein echter Vorteil.
Make läuft ausschließlich in der Cloud. Die Daten werden auf Servern in der EU verarbeitet (Make Datenschutzerklärung, Stand 2026). Der Einstieg ist kostenlos mit begrenztem Volumen. Ab rund 9 Euro pro Monat gibt es mehr Kapazität (Make Pricing, Stand Juli 2026). Make passt zu Betrieben unter 20 Beschäftigten, die erste Routinen automatisieren wollen.
n8n wählen, wenn: Der Betrieb mehr als 20 Beschäftigte hat, sensible Daten verarbeitet werden, mehrere Systeme verbunden werden müssen oder KI-Agenten Teil der Automatisierung sein sollen.
Make wählen, wenn: Der Einstieg schnell gehen soll, kein IT-Team vorhanden ist und die ersten Automatisierungen einfache Routinen betreffen.
Beide Tools lösen kein Prozessproblem. Sie beschleunigen bestehende Abläufe. Wenn der Ablauf selbst fehlerhaft ist, wird er nur schneller fehlerhaft.
GiLevo AI betreibt ein Marketing-Automationssystem mit 8 n8n-Workflows und 13 spezialisierten Agenten-Rollen. Das funktioniert, weil vorher 3 Monate in Prozessdefinition geflossen sind. Nicht in Tool-Konfiguration.Ein Industriebetrieb mit 25 Beschäftigten senkte die Suchzeit von 15 auf 2 Minuten pro Vorgang. Nicht durch ein neues Tool. Durch saubere Prozesse, das richtige Werkzeug und gute Schulung (GiLevo AI Referenzprojekt, 2025).
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